Bürocenter

Die Anforderungen an den Arbeitsplatz steigen mit 50

Laut dem Statistischen Bundesamtes und der Bundesanstalt für Arbeit sind 40 % aller Einwohner Deutschlands sind derzeit über 50 Jahre alt. Unter den Erwerbstätigen liegt die Quote noch etwas geringer.


 

Bereits drei von zehn sozialpflichtig Beschäftigten haben das 50. Lebensjahr überschritten und der Anteil älterer Arbeitnehmer wird weiter steigen. Das erfordert eine Überprüfung der Arbeitsplätze.

Viele Unternehmen konzentrieren sich dabei überwiegend auf Arbeitsplätze in der Produktion. Die Bedingungen im Büro finden weniger Beachtung, da hier von einer belastungsarmen Tätigkeit ausgegangen wird. Auf den ersten Blick vielleicht zu Recht, aber ein Blick auf die Details zeigt auch hier Anpassungsbedarf.

Die Forderungen bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen für ältere Mitarbeiter lauten:

  • besseres Licht und
  • mehr akustische Abschirmung und
  • mehr Bewegung.

Sehen im "Alter"

Im Alter verändert sich das Sehen. Durch Veränderungen im Auge wird nicht mehr ausreichend scharf gesehen, es werden größere Helligkeiten benötigt und das Vermögen, Farben und Farbsättigung wahrzunehmen gehen zurück.

Die Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG) empfiehlt an Stelle der im Bürobereich üblichen 500 Lux im engeren Arbeitsbereich eine Beleuchtungsstärke von mindestens 850 Lux zur Verfügung zu stellen (zum Beispiel über zuschaltbare Tisch- oder Deckenleuchten).

Das Licht sollte hohe Blauanteile beinhalten und keinesfalls zu gelblich sein. Von Vorteile sind diese Maßnahmen auch für jüngere Arbeitnehmer. Bereits ab dem 40. Lebensjahr lässt die Sehleistung bei den meisten Menschen deutlich nach.

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Hören ab 50-Plus

Mehr als 20 Prozent der Menschen im erwerbstätigen Alter zwischen 50 und 65 Jahren haben eine versorgungsbedürftige Hörstörung. Höhere Frequenzen und damit ein wesentlicher Teil der menschlichen Sprache werden deutlich schlechter wahrgenommen. Der Hintergrundgeräuschpegel sollte auch in großen Büroeinheiten einen Wert von 45 dB(A) auf keinen Fall überschreiten und die Nachhallzeit je nach Raumgröße bei 0,5 bis 0,8 Sekunden liegen. Arbeitsplätze oder Arbeitsgruppen mit mehreren Personen in einem Raum sollten akustisch abgeschirmt werden, mit beispielsweise Stellwänden oder Schränken die als Abtrennung genutzt werden. Dabei ist wichtig, dass diese eine Höhe von mindestens 1,5 Metern haben, weil nur so die direkte Schallübertragung wirkungsvoll unterbrochen werden kann. Von diesen Maßnahmen profitieren auch jüngere Mitarbeiter ohne Hörschädigung, da auch diese sich dadurch besser konzentrieren können und nicht permanent durch Störgeräusche abgelenkt werden.

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Bewegung ist wichtig

Beschwerden im Muskel-Skelett-Bereich, die für jeden vierten Krankheitstag verantwortlich sind, entwickeln sich über die Jahre, deshalb ist es in Sachen Bewegung unabdingbar, schon die jungen Arbeitnehmer in präventive Maßnahmen einzubeziehen. Ein Schlüssel zur Gesundheit am Arbeitsplatz ist für ausreichende Bewegung zu sorgen. Viele gesundheitliche Probleme des Büromenschen sind nicht Folgen einer Überlastung, sondern eher einer Unterforderung des Körpers. Unser Körper ist von der Evolution eigentlich für ständige Bewegung konstruiert. Eine Erhöhung der körperlichen Aktivitäten bringt beispielsweise der Gang zum Drucker oder in die Teeküche. Zum Beispiel sollten technische Geräte nur in Ausnahmefällen direkt an den Arbeitsplatz stehen um durch den gang zum Drucker/ Kopierer für eine Erhöhung der körperlichen Aktivitäten zu sorgen. Die Möbel selbst können auch einen positiven Einfluss habenin dem Schreibtische, die einen Wechsel zwischen Arbeiten im Sitzen und im Stehen zulassen, und Bürostühle, der Sitz und Rücken seitliche und Rückwärtsbewegungen des Nutzers mitmachen, für eine Entlastung der Bandscheiben und eine bessere Durchblutung von Gehirn und Muskulatur sorgen.

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