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steigende Gesundheitsmaßnahmen der Unternehmen

steigende Gesundheitsmaßnahmen der Unternehmen

Im Rahmen einer von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) durchgeführten "Erwerbstätigenbefragung" im Vergleich der Jahre 2012 und 2006 [*] wurden die Beschäftigten auch nach den Besundheitsmaßnahmen der Unternehmen befragt.


Sportprogramme, spezielle Rückenschulprogramme und Gesundheitstage [] waren zum Zeitpunkt der Erwerbstätigenbefragung 2012 Spitzenreiter in der Liste der betrieblichen Gesundheitsmaßnahmen. 

Allerdings wirkte keine dieser Maßnahmen besonders nachhaltig, da in 2012 sichtbar mehr Beschäftigte über Kreuzschmerzen klagten als im Jahr 2006. Die angeboteten Programme haben auch gegen Nacken- und Schulterschmerzen, von denen 49,5 % aller Beschäftigten im Bürobereich betroffen sind, wenig bewirkt. Gleiches gilt für Kopfschmerzen, Augenbeschwerden und Müdigkeit/Mattigkeit, die oft im Zusammenhang mit Nackenschmerzen auftreten.

Gründe, warum die durchaus sinnvollen betrieblichen Gesundheitsmaßnahmen alleine nicht ausreichend sind, um Beeinträchtigungen des Wohlbefindens und der Gesundheit im Muskel- und Skelettbereich einzudämmen, gibt es einige:

  • Die Belastungen langer Sitzphasen bei der Arbeit kann gelegentlicher Sport nicht effektiv ausgleichen. Weitaus effektiver gelten unter Arbeitsmedizinern regelmäßige Bewegung und Haltungswechsel während der Arbeit [2].
  • Die Zunahme des Bürolärms kann ebnefalls zu einer Zunahme der Kreuzschmerzen führen. Studien zeigten, dass Personen, die während der Büroarbeit Lärm ausgesetzt sind, ihre Körperhaltung deutlich seltener verändern als Vergleichspersonen, die in ruhiger Umgebung arbeiten [3].
  • Da Beeinträchtigungen im Muskel-/Skelettbereich kumulativ wirken und daher bei Personen höheren Alters stärker verbreitet sind als bei jüngeren Kollegen, spielt auch der demografische Wandel eine wichtige Rolle [4].

Fazit

Um den Auswirkungen des demografischen Wandels vorzubeugen, sind betriebliche Gesundheitsprogramme wichtig. Sie sind sie aber nur wirkungsvoll, wenn dabei gleichzeitig für eine gut gestaltete Arbeitsumgebung gesorgt ist. Das sollten zum Einen ergonomische Möbel sein und zum Anderen Unterstützung zu regelmäßiger Bewegung unter Beachtung der Umgebungsfaktoren Lärm und Licht.

Quelle:
Artikel buero-forum.de
[*] Erwerbstätigenbefragungen 2012 und 2006
[1] bso-Studie 2011
[2] Elin Ekblom-Bak, Mai-Lis Hellénius, Björn Ekblom: Sekundäranalyse zu Folgen langen Sitzens und geeigneten Gegenmaßnahmen
[3] Evans und Johnson (2000), zitiert aus: buero-forum-Fachschrift Nr. 11 "Schall- und Lärmwirkung"
[4]
Das Durchschnittsalter der Beschäftigten in Büroberufen lag im Jahr 2005 bei 41,07 Jahren, 2010 war der durchschnittliche Büroarbeiter schon 42,42 Jahre alt. Quelle: Mikrozensus Sonderauswertung, zitiert aus: Arbeitsmarkt 2030 – Fachexpertisen und Szenarien, Trendanalyse und qualitative Vorausschau, W. Bertelsmann Verlag