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Zunahme bei Muskel- und Skelettbeschwerden

Zunahme bei Muskel- und Skelettbeschwerden

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlichte vor Kurzem einen Vergleich der "Erwerbstätigenbefragung" der Jahre 2012 und 2006 [1], auch speziell für Verwaltungs- und Büroberufe. Insgesamt wenig Veränderung bei potenziellen Belastungsfaktoren – aber Bürolärm nimmt zu. Festgestellt wurde auch eine Zunahme bei Muskel- und Skelettbeschwerden – trotz Ausweitung der betrieblichen Gesundheitsfürsorge


Knapp ein Drittel aller Beschäftigten in Verwaltungs- und Büroberufen haben innerhalb von zwei Jahren an mindestens einer betrieblichen Maßnahme zur Gesundheitsförderung teilgenommen. Weitere 20% wissen von entsprechenden Angeboten ihres Arbeitgebers, haben diese aber noch nicht genutzt.

Fast jedes zweite Unternehmen versuchte, auf diesem Weg die Gesundheit und das Wohlbefinden seiner Beschäftigten zu fördern. Gegenüber 2006 ist eine deutliche Steigerung. 2006 boten erst 36,8 % der Arbeitgeber betriebliche Maßnahmen zur Gesundheitsförderung an, die von 21,6 % der Arbeitnehmer genutzt wurden.

Gesundheitsmaßnahmen der Unternehmen

       körperliche Beschwerden bei verwaltungs- und Büroberufen            Organisatorische faktoren und Umweltfaktoren bei der Belastung in verwaltungs- und Büroberufen

Fast alle der jeweils rund 4.000 Befragten berichten:
- zumindest gelegentlich Termin- und Leistungsdruck ausgesetzt zu sein
- Störungen und Unterbrechungen zu erleben
- verschiedene Arbeiten gleichzeitig bewältigen zu müssen oder
- immer wieder vor neue und ungewohnte Aufgaben gestellt zu sein.

Wobei die Auseinandersetzung mit neuen Aufgaben von den meisten Arbeitnehmern eher als Herausforderung angesehen wird und auch mit der gleichzeitigen Bearbeitung verschiedener Aufgaben kommen die Beschäftigten gut zurecht. Ein deutlich höheres Belastungspotenzial bringen Termin- und Leistungsdruck sowie Störungen und Unterbrechungen mit sich.

Deutlicher werden die negativen Auswirkungen bei den Umfeldfaktoren Licht/Beleuchtung und Lärm. Nur 4 – 5 % der Arbeitnehmer berichten von schlechten Licht- und Akustikbedingungen am Büroarbeitsplatz, aber fast jeder Betroffene erlebt diese als belastend. Die Zahl derjenigen, die durch Lärm gestört werden,  stieg im Verhältnis zu 2006 (23,6%) mit 28,1% in 2012 signifikant an.

Das Fazit

Die betrieblichen Gesundheitsprogramme sind wichtig, um den Auswirkungen des demografischen Wandels vorzubeugen. Sie sind ber nur wirkungsvoll, wenn gleichzeitig für eine gut gestaltete Arbeitsumgebung gesorgt ist. Neben ergonomischen Büromöbeln und der Unterstützung regelmäßiger Bewegung durch eine sinnvolle Layoutplanung ist hier auch wichtig an die Umgebungsfaktoren Lärm und Licht zu denken.

Quellen:
Artikel buero-forum.de
[1] Erwerbstätigenbefragungen 2012 und 2006
Bildquelle:
@Picture-Factory-Fotolia.com
weitere Informationen:
- bso-Studie 2011
- Elin Ekblom-Bak, Mai-Lis Hellénius, Björn Ekblom: Sekundäranalyse zu Folgen langen Sitzens und geeigneten Gegenmaßnahmen
- Evans und Johnson (2000), zitiert aus: buero-forum-Fachschrift Nr. 11 "Schall- und Lärmwirkung"